Literatur trifft Literatur. Im Eferdinger Gastzimmer.

Donnerstag, 3. September 2026

Wir begrüßen Volha Hapeyeva, Markus Köhle, Karl-Markus Gauß und Beate Wiesinger (Kontrabass).

Beginn 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, sichert aber einen Sitzplatz. Reservierungen unter mail@drei-mal-drei.at.

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INFO: Aufgrund der großen Nachfrage können leider für unseren dreimaldrei-Auftakt am 3. September derzeit keine Reservierungen mehr angenommen werden: Alle Plätze sind bereits belegt.

Spontan vorbeikommen und am Abend fragen, ob jemand abgesagt hat? Sehr gerne!

Liebe Grüße & danke für Euer Verständnis, Karin und Marianne


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Volha HAPEYEVA

liest aus „Wörterbuch einer Nomadin“, erschienen 2026 bei Droschl.

Volha Hapeyeva (© Privat)

Volha Hapeyeva legt ein ebenso poetisches wie persönliches und politisches »Wörterbuch« über ihre Nomadenjahre zwischen Belarus, Deutschland, Kreta und Japan vor.

Einzelne, vermeintlich unscheinbare Wörter sind der Ausgangspunkt und öffnen ganze Denk- und Erfahrungswelten. So ist der gedankliche Weg von »sad« (Ziergarten) und »harod« (Nutz- oder Gemüsegarten) zum Garten Eden, zu Stadt- und Staatsgrenzen nicht weit – und schon stehen wir vor den Fragen: Wie frei sind wir wirklich in der globalisierten Welt? Und wie sehr entscheidet der richtige oder falsche Pass über einen Teil unseres Lebens?

Hapeyevas Buch ist ein poetisches Nachdenken über Sprache, Identität und Zugehörigkeit. Sie stellt Fragen nach Heimat und Fremdsein, nach Geschlecht und Patriarchat, nach der Möglichkeit, »Mensch« zu sein jenseits von Zuschreibungen.

Quelle: Droschl – Wörterbuch einer Nomadin

Biografie

Volha Hapeyeva wurde 1982 in Minsk geboren. Sie ist Lyrikerin, Autorin, Künstlerin und promovierte Linguistin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt den manuskripte-Preis 2025. Hapeyevas Gedichte wurden in mehr als 15 Sprachen übertragen. Sie schreibt auf Belarusisch und Deutsch und ist häufig Gast auf internationalen Festivals. 2026 erschient ihr neustes Buch „Wörterbuch einer Nomadin“ bei Droschl.

https://hapeyeva.org

Markus KÖHLE

stellt seinen 2023 bei Sonderzahl erschienen Roman „Das Dorf ist wie das Internet, es vergisst nichts“ vor.

Markus Köhle (© Stefan Nützel)

Wer einen realistischen Eindruck vom Zustand Österreichs gewinnen möchte, braucht das Land bloß mit dem Zug zu durchreisen – die freiwillig und halbfreiwillig geführten Gespräche in den Railjets und Speisewägen der Nation geben einen tiefen Einblick in die hiesige Verfasstheit, die zwischen »Fernsehkaisern und Kurzschlusskanzlern « kaum unterscheiden zu können scheint.

Eine solche Tour de force unternimmt Markus Köhle mit viel Sprachwitz in seinem Romandebüt, in der er seinen aufmerksam registrierenden Protagonisten Lukas auf seinen Zugreisen durch die Bundesländer den großen Themen unserer Zeit begegnen lässt: Deutlich zu spüren ist da das »Stadt-Land-Kluft-Schlamassel«, die sture Ignoranz gegenüber der nötigen Veränderung (»die Füße schischuhschwer, aber die Nase immer oben«), ein bestenfalls halbes Bewusstsein von Überalterung und Pflegenotstand und, natürlich, eine große Unlust, sich mit all dem ernsthaft auseinanderzusetzen.

Quelle: Sonderzahl – Das Dorf ist wie das Internet, es vergisst nichts

Biografie

Markus Köhle wurde 1975 in Nassereith geboren. Er studierte in Innsbruck und Rom Germanistik und Romanistik und ist seit 2001 literarisch, literaturkritisch, literaturwissenschaftlich und auch als Literaturveranstalter aktiv. Köhle macht Lesungen, Vorträge und Workshops in Schulen, Universitäten und diversen Kulturveranstaltungsorten im In- und Ausland (z.B. Österreich Bibliothek Budapest, Jerewan, Wolgograd; Goethe Institut Alexandria, Kolkata, Taschkent; Universität Astana, Bukarest, Neu Delhi, Manila, Prag, Shanghai, Stellenbosch, …)

https://mkoehle.backlab.at

Karl-Markus GAUSS

liest aus „Die Liebe kommt immer zu spät“, der Roman erschien 2026 bei Zsolnay.

Karl-Markus Gauss (© Jörg Burger)

Mit dem vielseitigen Kartografen Karl-Markus Gauß auf Reisen zu den Rändern Europas. »Dieser Autor zählt zu den herausragendsten unserer Gegenwart.« Katja Gasser

Karl-Markus Gauß, der literarische Kartograf der europäischen Ränder, ist wieder auf Reisen gegangen. In Bosnien sucht er nach den Spuren einer multikulturellen Welt und findet sie bei seinem verstorbenen Freund Dževad Karahasan. In Slowenien folgt er den Lebenswegen zweier tapferer Frauen, einer legendären Anwältin, die sich die Freiheit nahm, bald als Frau, bald als Mann zu leben, und einer kleinwüchsigen Schriftstellerin, deren Bücher auf der ganzen Welt gelesen wurden und die in der Stadt, die sie jetzt feiert, völlig verarmt gestorben ist. Und warum das obersteirische Bruck an der Mur und Beloiannisz in der ungarischen Puszta eigentlich auf dem Peloponnes liegen und Österreich auch eine griechische Geschichte hat, ist aus der dritten Reiseerzählung zu erfahren.

Quelle: Zsolnay – Die Liebe kommt immer zu spät

Biografie

Karl-Markus Gauß wurde 1954 in Salzburg geboren. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und oftmals ausgezeichnet, darunter mit dem Prix Charles Veillon (1997), dem Johann-Heinrich-Merck-Preis (2010) und dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2022). Bei Zsolnay erschienen zuletzt »Die Jahreszeiten der Ewigkeit« (2022), »Schiff aus Stein« (2024) und »Die Liebe kommt immer zu spät« (2026).

Karl-Markus Gauß auf Wikipedia

Beate WIESINGER

bringt mit ihrem Kontrabass neue Zwischentöne ins Eferdinger Gastzimmer.

Beate Wiesinger (© Mani Froh)

Beate Wiesinger (*1986) ist Bassistin und Musikschaffende und lebt in Wien. Sie studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, der Anton Bruckner Privatuniversität Linz sowie an der Högskolan för Scen och Musik Göteborg.

Ihr künstlerisches Schaffen ist genreübergreifend und widmet sich unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Improvisation. Sie ist Gründerin der Band E C H O BOOMER, in der sie vielfältige Klangsprachen und Ausdrucksformen vereint. Mit dem Ensemble wurde sie 2024 mit dem Österreichischen Jazzpreis in der Kategorie „Best Album“ ausgezeichnet.

Neben ihrer Bandleitung ist sie als Sidewoman in zahlreichen Ensembles tätig. Zu ihren musikalischen Weggefährt:innen zählen unter anderem Anna Tsombanis, David Six, Mona Matbou Riahi, Jazzwerkstatt Wien, Nataša Mirković, Christian Reiner, Philipp Nykrin, Herbert Pirker, Fabian Rucker, Martin Siewert, Mira Lu Kovacs, FIVA und Hanne De Backer, uvm.

Seit 2024 unterrichtet sie an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. 2024 erhielt sie zudem das Arbeitsstipendium für Komposition der Stadt Wien, 2023 den Förderungspreis für Musik der Stadt Wien.

beatewiesinger.com

Nachschau

Alle Bilder © dreimaldrei

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